Notan

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Den Begriff Notan verwende ich des öfteren und daher möchte ich ihn an dieser Stelle erklären.
Der Ausdruck kommt ursprünglich von der ostasiatischen Tuschezeichnung und wird verwendet, um die Helligkeit und Dunkelheit in einem Bild zu bezeichnen. Das original Schriftzeichen wird im Japanischen »no-tan« ausgesprochen und bezieht sich darauf, wie dicht die Tusche aufgetragen ist. Diese ist entweder dicht und dunkel (no) oder mit Wasser vermischt hell (tan).

Künstler haben dieses Prinzip für die Malerei umgesetzt. In kleinen Notan Skizzen kann der Maler die Verteilung der Haupttonwerte schnell ermitteln und damit sehen, ob die Bildkomposition funktioniert. Gelingt es dem Künstler, eine gute Komposition in schwarz/grau/weiß zu finden, wird diese auch in Farbe funktionieren. Nur eine starke Komposition und der Gebrauch der richtigen Tonwerte bringen ein gutes Bild hervor.
Die drei Kurzskizzen zeigen, wie unterschiedlich eine dunkle Landmasse wirken kann, je nachdem, wieviel Gewicht ihr in dem Bild geben wird.
Stimmt der Unterbau nicht, kann auch die schönste Farbe das Bild nicht retten. Der amerikanische Pastellmaler Richard McKinley sagt dazu: »Color gets the glory, but value does the work.« (Die Farbe bekommt den Ruhm, aber die Arbeit erledigen die Tonwerte.)

Notan zum Pastellbild »Ruhiger Abend«
© Astrid Volquardsen

Diese Kurzskizzen müssen nicht aufwendig sein, sondern sind ein Hilfsmittel.

Ruhiger Abend, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm
© Astrid Volquardsen

Dieses Bild wird unter anderem ab dem 19. September 2008 in der Galerie Kunst.Stil in Hamburg zu sehen sein.
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