Edgar Degas: Intimität und Pose

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Bis zum 2. Mai läuft in der Hamburger Kunsthalle die Ausstellung Edgar Degas: Intimität und Pose.
Degas hat sich in seinem Werk intensiv mit der Darstellung von Bewegung und seinem Blick auf den weiblichen Körper beschäftigt.
Um einen weiteren Zugang zu verschiedenen Körperhaltungen zu finden, hat er Tänzerinnen, Badende und Rennpferde in Wachs modelliert. Erst nach seinem Tod hat man diese in Bronze gegossen, um sie der Nachwelt zu erhalten.
Diese Bronzeabgüsse stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, welche durch Zeichnungen, Pastelle und Ölgemälde ergänzt werden.

Die beeindruckenden Pastelle oder Ölgemälde fehlen, aber den Machern ist es gelungen, einen guten Einblick in Degas Arbeits- und Schaffensprozeß zu geben. Wer sich für Degas Werk interessiert, den sei diese Ausstellung sehr empfohlen. Eine sehr gute Audioguide-Führung sowie Filmmaterial komplettieren die Arbeiten.
Für weitere Infos: Edgar Degas: Intimität und Pose

Des weiteren findet am Donnerstag, den 26. März um 19:00 ein Vortrag von Dr. Michael Lüthy statt: Vom Körper zum Bild und zurück. Schlaglichter auf Edgar Degas künstlerisches Verfahren
Eine Veranstaltung der Freunde der Kunsthalle.

Hier eine Mitteilung aus dem Newsletter der Hamburger Kunsthalle:

Vom Körper zum Bild und zurück. Schlaglichter auf Edgar Degas’ künstlerisches Verfahren

„Die Kunst weitet sich nicht aus, sie wiederholt und verdichtet sich.“ (Degas an Lorenz Frölich, 27. November 1872)

Was heißt es, sich in Degas’ Œuvre zu orientieren, das mit über 1500 Gemälden und Pastellen, mehreren tausend Zeichnungen, einem reichen druckgrafischen Werk und zahlreichen Skulpturen schon in seinem Umfang kolossal ist? Was heißt es, sich in einem Denken zu orientieren, das bestimmten Ideen und Absichten jahrzehntelang treu blieb, selbst über die verschiedenen Perioden hinweg, in die man das Werk rückblickend einteilt? Welche Motive werden erkennbar, wenn man unter „Motiv“ nicht nur den gegenständlichen Vorwurf der Bilder versteht, sondern zugleich die Motivation, dieselben Sujets immer wieder aufzugreifen?

Für diese Fragen ist besonders das Spätwerk aufschlussreich. „Ich rutsche immer stärker ab“, so Degas in einem Brief, „ohne zu wissen, wohin, eingehüllt in viele schlechte Pastelle wie in Packpapier.“ Die Klage des alternden Degas steht am Beginn der Zeit, in welcher ihm die eindringlichsten Arbeiten gelingen sollten. Das Visuelle wird zunehmend vom Taktilen überlagert, und die Erinnerung tritt an die Stelle der konkreten Beobachtung. Parallel zur Überschreitung des Sehens öffnen sich die Bilder zur unabschließbaren Serie – bis zu dem Punkt, an dem das Spätwerk als ein einziges „work in progress“ erscheint. Um sich diesen Aspekten, die dem Medium des Bildes ganz neue Möglichkeiten erschließen, zu nähern, fokussiert der Vortrag auf die Prozesse der Bildentstehung und betrachtet das Gemachte aus dem Blickwinkel des Machens.

REFERENT Dr. Michael Lüthy
TERMIN Donnerstag, 26. März 2009, 19 Uhr
ORT Anita-Rée-Raum im Gründungsbau
KOSTENBEITRAG 7 Euro, Studierende bis 30 Jahre 4 Euro, Nicht-Mitglieder 10 Euro

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