Beiträge mit Stichwort »Notans«:

Notan

14. September 2008 - 20:55

Den Begriff Notan verwende ich des öfteren und daher möchte ich ihn an dieser Stelle erklären.
Der Ausdruck kommt ursprünglich von der ostasiatischen Tuschezeichnung und wird verwendet, um die Helligkeit und Dunkelheit in einem Bild zu bezeichnen. Das original Schriftzeichen wird im Japanischen »no-tan« ausgesprochen und bezieht sich darauf, wie dicht die Tusche aufgetragen ist. Diese ist entweder dicht und dunkel (no) oder mit Wasser vermischt hell (tan).

Künstler haben dieses Prinzip für die Malerei umgesetzt. In kleinen Notan Skizzen kann der Maler die Verteilung der Haupttonwerte schnell ermitteln und damit sehen, ob die Bildkomposition funktioniert. Gelingt es dem Künstler, eine gute Komposition in schwarz/grau/weiß zu finden, wird diese auch in Farbe funktionieren. Nur eine starke Komposition und der Gebrauch der richtigen Tonwerte bringen ein gutes Bild hervor.
Die drei Kurzskizzen zeigen, wie unterschiedlich eine dunkle Landmasse wirken kann, je nachdem, wieviel Gewicht ihr in dem Bild geben wird.
Stimmt der Unterbau nicht, kann auch die schönste Farbe das Bild nicht retten. Der amerikanische Pastellmaler Richard McKinley sagt dazu: »Color gets the glory, but value does the work.« (Die Farbe bekommt den Ruhm, aber die Arbeit erledigen die Tonwerte.)

Notan zum Pastellbild »Ruhiger Abend«
© Astrid Volquardsen

Diese Kurzskizzen müssen nicht aufwendig sein, sondern sind ein Hilfsmittel.

Ruhiger Abend, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm
© Astrid Volquardsen

Dieses Bild wird unter anderem ab dem 19. September 2008 in der Galerie Kunst.Stil in Hamburg zu sehen sein.
Keine Kommentare

Dünen der Nordseeküste

7. September 2008 - 19:09

Das Dünenthema lässt mich nicht los.

Worin liegt nur die Faszination? Wenn ich mich einem Dünenübergang näher, kommt in mir immer die Frage auf, wie Himmel und Meer dahinter wohl aussehen. Manchmal verrät mir schon das Rauschen der Brandung, dass ich auf ordentliche Wellen hoffen darf. Mir kann es in diesen Augenblicken nicht schnell genug gehen, bis ich das Meer erblicken kann. Der Sand ist schwergängig und manchmal leuchtet er weiß wie Schnee.

Zum Weststrand, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm

Mittlerweile habe ich viele verschiedene Strandübergänge in den Dünen skizziert.
Heute sind viele Übergänge, verständlicherweise, aus Küstenschutzmaßnahmen »gezähmt« worden. In mir trage ich aber meine Kindheitserinnerungen, in denen die Dünen wilder sind.

Ich kann nicht völlig aus der Vorstellung heraus arbeiten. Das Ausgangsmotiv ist real, aber die Erinnerungen und das Gefühl fließen in meine Arbeit mit ein. Zudem verselbstständigen sich die Bildideen durch Kurzskizzen, sogenannte »Notans«, in denen ich ich Verteilung der Formen und Tonwerte und des Lichteinfalls ausprobiere:

Grobe Notans

Während des Malprozesses kann sich manchmal ein Bild auch weiter von der Skizze entfernen, aber das ist ja gerade auch das Spannende an der Malerei. Wie letztendlich die Farben auf meinem Papier miteinander reagieren und agieren ist immer wieder eine aufrgende und spannende Reise.

All das fließt in ein Bild mit ein – es gibt bei meinen Pastellbildern also nicht die Vorlage, die eins zu eins umgesetzt wird. Dennoch stelle ich immer wieder erstaunt fest, das Betrachter das Gefühl haben, dass die Örtlichkeit von mir genauso festgehalten ist, wie sie sie kennen.

Keine Kommentare