Beiträge aus »September 2009«:

Pures Pigment.

18. September 2009 - 18:50
© Marc Volquardsen

Was für eine Farbe!
Am liebsten möchte ich in diese Farbe reintauchen. Das ist ja gerade das tolle an der Pastellmalerei, dass wir mit den Pigmenten direkt arbeiten.

© Marc Volquardsen

Denn aus diesem Haufen Pigment entsteht am Ende des Herstellungsprozesses ein handliches Pastell.
Doch so ein leuchtendes Pigment birgt auch »künstlerische Gefahren.«
Um welche es sich handelt und wie Abhilfe geschaffen werden kann, davon berichte ich morgen.

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Sennelier Pastel Card: Casey Klahn

13. September 2009 - 21:05

Als Abschluss zu der Sennelier Pastel Card möchte ich den Pastellkünstler Casey Klahn erwähnen.
Casey besticht in seinen Pastellen durch seine besondere Farbgebung. Ich bewundere immer wieder, wie er es schafft, reine, dominante Farben in ein stimmiges Zusammenspiel zu bringen. Was müssen die Bilder im Original für ein Farberlebnis sein!

Der Meinung waren offenbar auch andere Betrachter, denn er hat erst kürzlich den ersten Preis beim Sausalito Art Festival gewonnen.

Netterweise hat Casey mir etwas über seine Technik erzählt und dies habe ich mit seinem Blogbeitragüber das Bild Bright Trees Through kombiniert.

Bright Trees Through
@ 8″ x 5.5″
Pastel
Casey Klahn

Dieses Bild hat Casey auf dem Sienna Farbton der Pastel Card gemalt. Für die Baumstämme, das gedämpfte Ultramarinblau des Himmels, sowie das gedämpfte Gelb der hinteren Baumkrone hat Casey die Pastelle der japanischen Firma Sakura verwendet.
Für das Pink im Himmel benutzte er einen Pinkton von Sennelier, deren Pinktöne er besonders schätzt.
Für die dunklen Bereiche verwendete er die Pastelle seines Lieblingherstellers Diane Townsend.

Diese Pastelle gehören zu Caseys absoluten Favoriten und so hat er sie auch hauptsächlich im Rest des Bildes eingesetzt. Dazu gehört auch das intensive Blau. Bei den blassen Grüntönen greift er gerne auf die buttrig weichen Schmincke Pastelle zurück.

Casey benutzt seine Finger zum Verwischen, manchmal auch ein Tuch. Wie auf seinen Bildern auch gut zu erkennen ist, setzt er mit Schwung verschiedene Pastelle übereinander und lässt die Farbschichten für sich wirken.

Wer sich die Mühe macht und seinen Blog (sehr lesenswert) durchstöbert, wird sein Bemühen sehen, sich künstlerisch weiter zu entwickeln und liebgewonnene Techniken weniger zu nutzen.

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Sennelier Pastel Card: Step by Step

10. September 2009 - 20:55

Meine Herangehensweise beim Farbauftrag ist eine andere als in den Beispielen von Texier und Simmonds. Ich gehe sozusagen gleich in die vollen.
Daher überlege ich mir im Vorfeld über Skizzen und Notans die Tonwertverteilungen sowie die Komposition.

Mein erster Farbauftrag ist ziemlich kräftig, da ich sonst nur schwer die Farben verwischen kann.
Durch den rauen Malgrund, die weichen Pastelle und meinen starken Farbauftrag bedingt, ist es eine recht staubiger Arbeitsweise. Daher arbeite ich auch gerne von oben nach unten, um die unteren Bildanteile nicht mit herabrieselnden Pigmenten zu verschmutzen.

Ein Nachteil dieser Arbeitsmethode ist, nicht das gesamte Bild im Arbeitsprozess entwickeln zu können, wie es zum Beispiel bei Claude Texier zu sehen ist. Daher sind die Notan Studien für mich im Vorfeld wirklich wichtig.

Bei der Demo habe ich die Softpastelle von Sennelier verwendet. Die schwachen Segel wurden mit einem Stift von Schwan Stabilo gesetzt.
Die Arbeitsweise bei meinen Bildern ist natürlich komplexer, aber die Demo veranschaulicht recht gut das Grundprinzip, welches dahintersteht.

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Sennelier Pastel Card: Claude Texier

7. September 2009 - 20:31

Die Französin Claude Texier veranschaulicht sehr schön in einem Step by Step auf Ihrer Website, wie ihr Arbeitsprozeß bei dem Bild Tea pots aussieht.

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Malgrund: Sennelier Pastel Card

6. September 2009 - 19:10


In den letzten Jahrzehnten hat sich der Pastellmarkt enorm weiterentwickelt.
Veränderte Ansprüche der Pastellmaler an den Malgrund haben eine große Vielfalt eben dieser hervorgerufen.
Die größte Weiterentwicklung hat sicherlich bei den »rauen Oberflächen« stattgefunden, denn diese sind in der Lage viele Pigmentschichten aufzunehmen.

Ein Vertreter aus dieser Kategorie ist die Sennelier Pastel Card. Die raue Oberfläche entsteht durch eine pflanzliche Beschichtung, die säurefrei ist.
Sie wird in 14 verschiedenen Farbtönen in den Formaten 50×65cm und 60×80cm angeboten.

Die Pastelcard ist meine bevorzugte Wahl, weil sie meine Art des künstlerischen Ausdrucks bestens unterstützt und mir in die Hände spielt.
Auf ihr kann man gut mit harten Kreiden in den ersten Schichten arbeiten und weiche Pastelle erst zum Schluß setzen.
Ich persönlich habe häufig eine genau gegenverkehrte Herangehensweise. Also zuerst setze ich weiche Pastelle und dann harte. Ich bevorzuge eine Wischtechnik, d.h., dass ich weiche Pastelle auf den Malgrund aufbringe und mit meinen Händen verwische. So erhalte ich genau die fließenden Übergänge, wie ich sie gerne erreiche.
Auf der Schmincke Sansifix oder dem Wallis Sanded Paper habe ich da persönlich Schwierigkeiten. Das soll auf keinen Fall bedeuten, dass es sich bei den letzteteren um schlechte Malgründe handelt. Wenn ich in den Foren lese, was die Pastellmaler an Papieren mögen oder nicht mögen: Es ist und bleibt auch eine persönliche Vorliebe. Letztendlich hilft nur ausprobieren.

1) hart (Polychromos)
2) mittlere Härte (Rembrand)
3) Softpastell (Sennelier)
4) 3 Farbschichten nur mit harten Pastellen
5) 3 Schichten von hart nach weich
6) 3 Schichten nur mit weichen Pastellen

An der Pastelcard mag ich besonders, dass auch die letzten Schicht Pastellpigment ihre volle Farbwirkung entfalten kann.

Noch einige Hinweise zur Handhabung: Wer gerne mit den Händen verwischt, der braucht wahrscheinlich Schutzhandschuhe (es sei denn, er hat cm dicke Hornhaut an den Fingern und wollte die schon immer loswerden.)

Die Papierbögen niemals rollen. Die Biegung bekommt man nur schwer aus dem Bogen wieder heraus, also flach lagern. Wer mehrere Bögen zusammen lagert: Um die Oberfläche zu schonen hat es sich als sinnvoll erwiesen einen Bogen Spezial Seidenpapier dazwischen zu legen. Auf diese Weise kann sich die Beschichtung nicht abreiben.
Bei weichen Pastellen ist der Farbabrieb und die damit verbundene Staubentwicklung recht stark.
Acryl- und Schaumstoffpinsel können wunderbar zum Verwischen oder Wegwischen eingesetzt werden. Aber obacht: Wenn man dieses zu häufig oder zu kräftig tut, kann sich die Körnung lösen.
Dieses Papier eignet sich leider nicht für eine feuchte (Wasser) Untermalung, da sich sonst die Körnung ablöst. Jedoch kann man aufgebrachte Pastellpigmente mit hochprozentigem Alkohol (z.B. aus der Apotheke) auflösen und mit dem Pinsel vermalen. Dann bleibt die Körnung haften.

In den nächsten Beiträgen erläutere ich, wie andere Künstler bzw. ich mit der Pastelcard umgehen.

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