Beiträge aus »Juni 2009«:

Materialkunde: Pastelle I

28. Juni 2009 - 9:02

In kaum einer anderen Technik beeinflusst das Material die künstlerischen Umsetzungsmöglichkeiten so sehr, wie in der Pastellmalerei. Je nachdem, welches Pastell ich auf einen bestimmten Malgrund aufbringe, erziele ich völlig unterschiedliche Ergebnisse. Bevor ich auf technische Aspekte in der Pastellmalerei eingehe, erläutere ich in den kommenden Blogeinträgen notwendiges Grundwissen über Pastelle und Malgründe. So wird die Angebotsvielfalt besser verständlich und es fällt leichter, eine passende Materialauswahl für die eigenen Bedürfnisse zu treffen.

Der Begriff Pastell lässt sich auf das italienischen Wort „pasta bzw. pastello“ zurückführen, was ursprünglich soviel wie kleiner Farbteig bedeutete. Dieses beschreibt sehr gut die Konsistenz des Materials, nachdem Pigmente, Bindemittel, Wasser und ggf. Füllstoffe zu einem Teig verbunden worden sind. Die Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und erklärt die unterschiedlichen Beschaffenheiten der verschiedenen Pastelle.
Im Deutschen ist der Begriff Pastellkreide irreführend. Kreide kann als Füllstoff hinzugegeben werden, aber das Farbpigment ist der Grundstoff.

Im folgenden habe ich einige Beispiele aus der Produktion von Sennelier.

Die Inhaltsstoffe werden miteinander vermengt und wie ein Brotteig sanft geknetet:

© Sennelier/Art Select

Bei Softpastellen erfolgt der Herstellungsprozess in einem Großteil in Handarbeit. Bei der maschinellen Herstellung würden die Pigmente und Bindemittel zu stark zusammengedrückt werden und die Pastelle ihre Weichheit verlieren.

© Sennelier/Art Select

Nachdem die Softpatelle an der Luft getrocknet sind, erhalten sie in Handarbeit eine Bandarole:

© Sennelier/Art Select

Auf der Website von Unison kann man auch ein wenig über deren Herstellungsprozeß erfahren. Weiter Infos hier.

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Talent? Just do it!

23. Juni 2009 - 8:00

Während der Ausstellung habe ich viele Gespräche geführt und manchesmal hörte ich mit einem tiefen Seufzer des Bedauerns: »Ich würde so gerne malen, aber ich habe leider überhaupt kein Talent.«
Warum hält sich dieses Gerücht so hartnäckig, dass man zum Musizieren, Malen oder Zeichnen Talent braucht?

Vor dem Regen II (Ausschnitt), 2008, Pastell, 30×60 cm
© Astrid Volquardsen


Malen oder Zeichnen lernen ist nicht vom Talent abhängig, sondern, dass man es einfach tut. Die Amerikaner sagen auch so nett: »You have to show up«. Also: Skizzenblog nehmen und einfach anfangen.
Wenn jemand die Energie, die er mit Selbstzweifeln und eigenen negativen Bewertungen im Vorfeld verbringt, direkt in einen Arbeitsprozess investieren würde, wären schon viele Bilder gemalt worden.
Künstlerisch tätig zu sein, bedeutet manchmal sehr viel Mut Mut aufbringen zu müssen: Den Mut, der Angst vor dem eigenen (scheinbaren) Versagen, der eigenen Inkompetenz und scheinbarer Lächerlichkeit ins Auge zu sehen. Obwohl ich persönlich nicht weiß, was lächerlich daran ist, wenn jemand lernen und sich weiterentwickeln will.
Oh, wie kann der innere Bewerter schnell auf der Matte stehen. (Ein älterer Blogeintrag aus dem März zu diesem Thema: Kreativität – Fehler zulassen).

Letztendlich liegt es nur an einem selbst und nicht an dem Gerede anderer oder am (nicht) vorhandenen Talent.
Unsere Gesellschaft fördert in ihren Ausbildungen stark die Nutzung der linken Gehirnhälfte. Eigentlich müßte bei der Mehrheit der Bevölkerung der Kopf eine leichte Schräglage nach links aufweisen. Für den Mal-und Zeichenprozeß ist jedoch der Einsatz der rechten Hälfte elementar und ich vermute, dass viele einfach nicht den Zugang zu ihr gelernt oder ihn verlernt haben. Einigen gelingt dieser Zugang leichter, anderen schwerer, aber grundsätzlich steht er jedem offen.

Der Künstler Raymond Whistler hat Talent folgendermaßen definiert: »Das Vermögen über einen langen Zeitraum konstant und konstruktiv hart zu arbeiten.«
Also nix mit eingehauchter Genialität, die einen die Bilder nur so aufs Papier fliegen lassen.

Wahrscheinlich, sind einfach nur viele Leute vor Angst, wie gelähmt und die linke Gehirnhälfte leistet ganze Arbeit, sie darin zu unterstützen.
Bei der Arbeit an einer Skizze beherrschen folgende Gedanken der linken Gehirnhälfte manche Leute:

  • Wie sieht das denn aus?
  • Völlig schief
  • Das kann ich niemanden zeigen
  • Da lachen ja alle über mich
  • Ich lerne das nie (das zeigt doch, dass ich kein Talent habe)

Wie wäre es, solche Gedanken zu lassen und folgende Sätze (rechte Gehirnhälfte) gedanklich zu formulieren:

  • Die Linie verläuft lange gerade und macht dann dort einen Bogen
  • die schwarze Fläche hat eine fast quadratische Form
  • das Grün ist ganz hell, wirkt irgendwie kalt
  • dieser Bereich hier vorne ist dunkler als die Form daneben……

Mit solchen Gedanken sieht die Welt und Skizze gleich ganz anders aus.

Just show up and do it!

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Lichtspiel

21. Juni 2009 - 17:18
Lichtspiel, 2009, Pastell, 12×34cm
© Astrid Volquardsen 

Bei Der Darstellung von Wolken interessieren mich immer mehr die Schattenbereiche. Dort spiegelt sich eine Farbvielfalt wieder, die stärker in mein Blickfeld geraten.

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Hallig- und Inselwelten: Das war die Ausstellung

15. Juni 2009 - 20:09

Nun ist die Ausstellung auch schon wieder vorbei. Heute habe ich die restlichen Bilder verpackt und ins Auto geladen. Mit einer Fährfahrt bei wunderbaren Sonne/Wolkenmix hat sich die Inselwelt für dieses Mal von mir verabschiedet.

Für alle, die es nicht nach Föhr geschafft haben und dennoch einen Blick auf die Bilder der Ausstellung werfen wollen, habe ich auf meiner Homepage eine Online-Galerie der Bilder eingerichtet. Folgen Sie einfach dem nachfolgenden Bild mit einem Klick und stöbern Sie durch die Bilder auf meiner Homepage. Die dort im kleinen Ausschnitt dargestellten Bilder lassen sich durch eine Klick auf eines der Bilder groß darstellen:

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Weicher Sand

9. Juni 2009 - 21:08

Sanfter Lichteinfall, Spuren im Sand. Man möchte sogleich folgen.

Weicher Sand, 2009, Pastell, 13×21cm
© Astrid Volquardsen
Privatsammlung
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Blick nach Langeneß

5. Juni 2009 - 18:28

Als ich letztes Wochenende auf Föhr die Halligen gemalt hatte, war mir der Himmel ja viel zu blau gewesen und ich habe die Wolken schmerzlich vermisst.

Blick nach Langeneß, 2009, Pastellkreide, 12×34cm
© Astrid Volquardsen
Privatsammlung

Wenn sich die Wolken über den Warften von Langeneß im Gegenlicht türmen und das Wasser in den Augen glitzert, ist der gleiche Blick doch ungemein interessanter.

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