Beiträge aus »Oktober 2008«:

Amrum: Die Weite der Landschaft

26. Oktober 2008 - 17:39

Weites Land I, 2008, Pastellkreide, 30×30 cm
© Astrid Volquardsen

Das Material von Amrum liegt um mich herum verteilt. Wie kann ich nur die Weite dieser Landschaft einfangen, die ich auf Amrum noch stärker empfunden habe als auf Föhr oder Sylt?
Meine beiden Lieblingsformate, können dieses Gefühl nicht transportieren. Dies ist künstlerisch immer wieder eine Herausforderung: Welches Format?

Es kristallisiert sich heraus, dass ich für die Ausstellung mein Konzept anpassen muss. Ursprünglich wollte ich pro Insel eine ungefähr gleiche Anzahl an Formaten benutzen. Dies wird so nicht machbar sein, denn vorrangig geht es immer um die bestmögliche Umsetzung des Motivs.

Auf Amrum sind es neben der Weite des Kniepsandes die Wolken, die mir sofort ins Auge springen. Ganz anders Sylt, wo mich die starke Brandung am Weststrand fasziniert, und auch anders als Föhr, das sich durch sein Zusammenspiel des Wattes mit dem grünem Küstenverlauf auszeichnet.

Schwierig ist auch die Darstellung des Windes, der einen großen Einfluss auf das persönliche Erleben hat und ein typisches Merkmal für diese Landschaft ist.
Der Amrumer Küstenabschnitt beim Quermarkenfeuer hat sich im September in meine Erinnerung »gestürmt«: Bei Windstärke 7, in Böen 9 aus Südwest, pfiff der Wind zusammen mit dem Sand mir nur so um die Ohren.
Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, die Wasserkante vor dem Quermarkenfeuer zu erreichen, während der Wind über die Weite des Kniepsandes an Stärke zunahm. Der Sand flog wie in Nebelschwaden über den Boden, weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Ein Gefühl der Euphorie durchzog mich: Hier wirkt der Mensch so klein!

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Geheimnis und Leuchtkraft. Pastelle des Musée d‹Orsay.

21. Oktober 2008 - 19:29

Das Musée d‹Orsay in Paris zeigt unter dem Titel »Geheimnis und Leuchtkraft« bis zum 1. Februar 2009 die 100 schönsten Pastelle aus seiner Sammlung.

Ich finde den Namen der Ausstellung alleine schon berauschend, denn er beinhaltet meiner Meinung nach, was gerade auch Pastelle ausmachen können: Die unglaubliche Leuchtkraft, die auch nach Jahrzehnten (bis Jahrhunderten!) ihre Wirkung nicht verlieren.

Die Ausstellung bezieht sich auf den Zeitraum von 1850-1914 und beinhaltet unter anderem Arbeiten von Degas (21 Pastelle!), Eduard Manet, Odilon Redon und Millet.

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Sylt – eine Insel im Wandel

19. Oktober 2008 - 16:04

Sylt war für mich schon immer gleichbedeutend mit einer tollen Brandung, die man so auf den anderen Inseln nicht findet. Insbesondere bei nordwestlichen Winden. Dies ist einer der Hauptgründe, warum es mich immer wieder auf diese Insel zieht.

Welche Kraft der Zerstörung in diesen Wellen lebt, wurde mir dieser Tage vor Augen geführt, als ich während meines Syltaufenthaltes einen Abstecher nach Hörnum unternommen habe. Hier an der Südspitze zeigt sich dem Betrachter deutlich, warum jedes Jahr Millionenbeträge ausgegeben werden, um Sandvorspülungen vorzunehmen. Bei dieser Maßnahme des Küstenschutzes wird Sand vom Meeresboden entnommen und in einem Sand-Wassergemisch auf den Strand gepresst, wo er mit Bulldozern verteilt wird. Auf diese Weise versucht man größere Landverluste zu kompensieren bzw. den noch vorhandenen Dünengürtel und die dahinter liegenden Siedlungen zu schützen.

In den letzten drei Jahren habe ich mich jeden Herbst in Hörnum aufgehalten. Die letzte große Düne hatte es mir dabei immer besonders angetan. Mir gefiel ihr Formverlauf, ihre Farbgebung und so wurde sie in mehreren Bildern von mir umgesetzt.
Schon im letzten Jahr hatte es starke Abbrüche an dieser Düne gegeben, doch jetzt musste ich feststellen, das diese große Düne nicht mehr existiert und sich der gesamte Strandabschnitt dort gewaltig verändert hat:

Fotografie Hörnum Odde, 2005
Fotografie Hörnum Odde, 2008

Hinter den Tetrapoden sind große Strandflächen verschwunden, statt dessen hat sich eine Bucht gebildet, die bei Hochwasser bis an die Dünen heranragt. Dann ist hier kein Durchkommen mehr:

Fotografie Hörnum, Hauptdüne, 2005
Fotografie Hörnum, Hauptdüne, 2008
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Überfahrt nach Amrum

6. Oktober 2008 - 19:27

Rückblick, 1. September 2008.

Für ein paar Tage fahre ich nach Amrum, um Bildmaterial für meine Ausstellung im Mai 2009 auf Föhr zu sammeln. Bei der Überfahrt frage ich mich, wie die Halligen zu sehen sein werden. Diese kleinen Eilande sind das Erste, was der Betrachter auf der Fähre von der Insel- und Halligwelt zu sehen bekommt. Heute, bei Sturm und Gewitter, versinken sie im Dunst und im Gegenlicht glitzert für kurze Momente das Wasser auf.

Für Anfang September empfinde ich das Wetter als sehr stürmisch, aber mit 18 Grad ist die Luft noch angenehm mild. Zu diesem Zeitpunkt ahne ich noch nicht, das mir der Wind in den nächsten Tagen tolle Momente für mein Künstlerauge, aber gleichzeitig großen Frust bescheren wird.

Nur die Mutigen sind heute auf dem Oberdeck anzutreffen, der Rest tummelt sich bei Kartoffelsuppe und Würstchen unter Deck. Während der Überfahrt scheint der Wind aufzufrischen und an Stärke zu zulegen.

Der böige Wind bläst immer wieder neue Lücken in die Wolken und bringt im Minutentakt eine neue Lichtsituation.


Während wir uns Föhr für einen Zwischenstopp nähern, treten die Halligen aus dem Dunst hervor. Silberne Wasserstreifen glänzen kalt im Gegenlicht, während das Wasser nach Osten hin diese spezielle grüne Farbe annimmt.

Farbstudie, 8×23 cm,
© Astrid Volquardsen
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