Beiträge aus »September 2008«:

Dünen der Nordseeküste

7. September 2008 - 19:09

Das Dünenthema lässt mich nicht los.

Worin liegt nur die Faszination? Wenn ich mich einem Dünenübergang näher, kommt in mir immer die Frage auf, wie Himmel und Meer dahinter wohl aussehen. Manchmal verrät mir schon das Rauschen der Brandung, dass ich auf ordentliche Wellen hoffen darf. Mir kann es in diesen Augenblicken nicht schnell genug gehen, bis ich das Meer erblicken kann. Der Sand ist schwergängig und manchmal leuchtet er weiß wie Schnee.

Zum Weststrand, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm

Mittlerweile habe ich viele verschiedene Strandübergänge in den Dünen skizziert.
Heute sind viele Übergänge, verständlicherweise, aus Küstenschutzmaßnahmen »gezähmt« worden. In mir trage ich aber meine Kindheitserinnerungen, in denen die Dünen wilder sind.

Ich kann nicht völlig aus der Vorstellung heraus arbeiten. Das Ausgangsmotiv ist real, aber die Erinnerungen und das Gefühl fließen in meine Arbeit mit ein. Zudem verselbstständigen sich die Bildideen durch Kurzskizzen, sogenannte »Notans«, in denen ich ich Verteilung der Formen und Tonwerte und des Lichteinfalls ausprobiere:

Grobe Notans

Während des Malprozesses kann sich manchmal ein Bild auch weiter von der Skizze entfernen, aber das ist ja gerade auch das Spannende an der Malerei. Wie letztendlich die Farben auf meinem Papier miteinander reagieren und agieren ist immer wieder eine aufrgende und spannende Reise.

All das fließt in ein Bild mit ein – es gibt bei meinen Pastellbildern also nicht die Vorlage, die eins zu eins umgesetzt wird. Dennoch stelle ich immer wieder erstaunt fest, das Betrachter das Gefühl haben, dass die Örtlichkeit von mir genauso festgehalten ist, wie sie sie kennen.

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Das kleine Format

1. September 2008 - 0:02

Des öfteren werde ich darauf angesprochen, warum ich häufig in so kleinen Formaten meine Bilder umsetze, da dies doch von der landläufigen Lehrmeinung think big abweicht.

Ich setze Motive auch gern in größere Formate um, doch gerade die Arbeit mit dem kleinen Format übt einen besonders großen Reiz auf mich aus. Die Größe und Weite der Landschaft einzufangen, so dass die Stimmung trotzdem bei dem Betrachter ankommt und das Bild funktioniert, ist eine große Herausforderung. Letztendlich geht es darum, als Künstler authentisch zu bleiben: Zu diesem Zeitpunkt bedeutet das für mich, dass noch viele Bilder in kleinen Formaten folgen werden.

Vor dem Regen, 2008, Pastellkreide, 13×21 cm
© Astrid Volquardsen
Privatsammlung

Mein Kollege Ralf Scherfose hat anläßlich der Ausstellung »Ein Tag am Meer« folgende Worte dafür gefunden:

»Auffallend ist die malerische Stimmigkeit der Bilder von Astrid Volquardsen im kleinen Format.
Lässt sich der unerfahrene Betrachter oftmals von der Vordergründigkeit des großen Formates beeindrucken, sieht sich das geschulte Auge bei Astrid Volquardsen mit Bildern konfrontiert, die in ihrer malerischen Dichte, trotz der oftmals kleinen Größe nichts an Präsenz vermissen lassen.
Die Arbeiten überzeugen in Ihrer Raumtiefe und der damit einhergehenden perfekt abgestimmten Farbperspektive.
Über die verblüffend klare Farbigkeit und die subtile Abstufung der Tonwerte gelingt es der Lüneburger Malerin auf bezeichnend eindringliche Art etwas selbst Gesehenes und Gefühltes als Malerei zu realisieren und nicht wie so oft gefällige Motive als Dutzendware im Großformat zu präsentieren.
In gewisser Weise haben die Bilder den intimen Charakter von Kammerstücken in der Musik.«

Ralf Scherfose im März 2008 anlässlich der Ausstellung »Ein Tag am Meer«.

Neue Arbeiten im kleinen Format mit dem Schwerpunkt Sylt werden ab dem 19. September 2008 in der Galerie Kunst.Stil in Hamburg zu sehen sein.

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